B2B-Monitor 2026 – Zwischen KI-Versprechen und Technologiemüdigkeit

20.08.2026
3 Min.

Der B2B‑Commerce verändert sich spürbar – doch wie genau wirkt sich das im Alltag der Einkaufsteams aus? Der neue B2B‑Monitor 2026 von Carpathia liefert dazu ein aktuelles Lagebild aus erster Hand. Die Studie beleuchtet, wie Unternehmen Produkte und Dienstleistungen beschaffen, welche Systeme und Prozesse sie nutzen und wo im Aftersales die grössten Herausforderungen liegen. Die Ergebnisse stammen aus einer breit abgestützten Online-Erhebung und zeigen klar, wo der Einkauf heute steht – und wo er sich weiterentwickeln muss.

 

 

Grafik zVg von Carpathia

 

Nicht jüngere Einkaufende, sondern vor allem grössere Unternehmen nutzen die Möglichkeiten der KI: 27% der Teilnehmenden gaben an, KI für die Produkt- und Lieferantensuche zu nutzen. Bei Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden sind es sogar 54%. 

 

Gleichzeitig zeigt sich bei den Erwartungen an neue Technologien eine bemerkenswerte Zurückhaltung. Der diesjährige B2B-Monitor zeigt damit ein ambivalentes Bild: KI ist im B2B-Einkauf angekommen – aber längst nicht überall erwünscht.

 

Grafik zVg von Carpathia

 

Zentrale Erkenntnisse

  • Das Thema Verfügbarkeit und Lieferfähigkeit zieht sich als roter Faden entlang der Customer Journey durch alle Umfrage-Resultate. So schätzen 96 % der Teilnehmenden «Verfügbarkeit in Echtzeit» auf dem Onlineshop als wichtig oder eher wichtig ein.
  • Wie KI spaltet auch das Thema Systemintegration das Sample stark entlang der Unternehmensgrösse. Bei den Unternehmen mit über 50 Mitarbeitenden bestellen 70 % regelmässig oder gelegentlich aus dem eigenen System – bei den kleineren sind es nur gerade 19 %.
  • Projektorientierte Kunden kaufen eher beim Händler, produktorientierte eher beim Hersteller ein. 68 % der Installateure und Systemintegratoren decken sich primär im Grosshandel ein – und nicht beim Hersteller.
  • Differenzierung entsteht bei den Dienstleistungen, wobei der Faktor Mensch eine grosse Rolle spielt. So schätzen 92% den persönlichen Ansprechpartner als wichtig oder eher wichtig ein.
  • Dabei ist klar, dass gute Services nicht nur ein Loyalitätsfaktor sind: Sie spielen indirekt auch eine wichtige Rolle bei der Akquise.  

 

Der B2B-Monitor kann hier kostenlos als PDF heruntergeladen werden (Registrierung erforderlich)

 

B2B-Monitor 2026

Der B2B-Monitor 2026 liefert als zweite Erhebung zum B2B-Commerce aus Einkaufssicht aktuelle Einblicke in das Einkaufsverhalten von Unternehmen. Im Zentrum stehen dabei unter anderem Sourcing & Beschaffung, Bestellprozesse & Systeme sowie Aftersales & Services.

Die Befragung wurde von April bis Juli 2026 als Online-Erhebung durchgeführt. Die Stichprobe umfasst n=146, wobei ausschliesslich vollständige Beantwortungen ausgewertet wurden. Nicht am Einkauf beteiligte Personen wurden über eine Kontrollfrage ausgeschlossen.

Die Teilnehmenden stammen aus unterschiedlichen Branchen und Unternehmensgrössen. 50 % arbeiten in Unternehmen mit 1 – 9 Mitarbeitenden, 28 % in Unternehmen mit 10 – 49 und 19 % in Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitenden. Die Befragten sind unter anderem Geschäftsführende, Projektleitende und Einkaufende.

Durchgeführt wird die Studie von Carpathia.