Im Interview erklärt Régis de Germay, Country Manager Switzerland bei Lucca, wie die Digitalisierung die Rolle von HR-Teams in der Schweiz verändert. Eine schrittweise, doch tiefgreifende Entwicklung: weniger Administration, mehr Steuerung und Zeit für persönliche Begleitung.

Warum ist die HR-Digitalisierung ein so zentrales Thema für Unternehmen?
Régis de Germay: Die Erwartungen an das HR haben sich verändert: Es soll beraten, Entwicklungen antizipieren und die Geschäftsleitung bei Personalentscheiden unterstützen. Das ist schwierig, wenn ein Grossteil der Zeit in die Verwaltung von Abwesenheiten oder das Erstellen von Arbeitsverträgen und Lohnabrechnungen fliesst. Technologie schafft hier Freiraum. Sie automatisiert Prozesse, liefert verlässliche Daten und ermöglicht es HR-Teams, sich wieder auf Menschen, Teamdynamik und Employee Experience zu konzentrieren.
Wie verändert die Digitalisierung den HR-Alltag konkret?
Eine erste Veränderung betrifft den Datenzugriff. Vollständige, aktuelle und in Echtzeit verfügbare Informationen vereinfachen Analyse und Entscheidungsfindung, insbesondere mit KI-Unterstützung. Zudem erhalten Mitarbeitende und Führungskräfte mehr Autonomie. Sie pflegen Daten, verwalten Anfragen und geben Prozesse frei. Schliesslich sinkt die Fehlerquote. Die automatisierte Datenerfassung direkt an der Quelle steigert Qualität, Effizienz und Vertrauen.
«Wir schätzen, dass wir den Zeitaufwand für administrative Aufgaben um rund 50 Prozent senken konnten. So gewinnen unsere HR-Teams mehr Freiraum für das, was wirklich zählt: Die Betreuung, Schulung und Bindung unserer Mitarbeitenden.»
Chloé Minié, Global Chief Human Resources Officer bei Black Crows
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Ersetzt Technologie menschliche Expertise?
Nein, im Gegenteil. Wer täglich mit ExcelTabellen, Papierformularen oder endlosen EMailKetten beschäftigt ist, hat kaum Zeit, zuzuhören, zu begleiten oder zu analysieren. Digitalisierung macht menschliche Kompetenz nicht weniger wichtig, sondern wirksamer. Das zeigt sich auch bei unserer Kundschaft: Das HR wird proaktiver, erkennt Spannungen früher, fördert Kompetenzen gezielter und setzt Richtlinien konsistenter um.
Eignet sich die HR-Digitalisierung nur für grosse Unternehmen?
Nein. In der Schweiz sind die meisten Unternehmen KMU, die beim Payroll eng mit Treuhandunternehmen zusammenarbeiten. Umso wichtiger ist es, administrative Prozesse zu vereinfachen und die Zusammenarbeit effizient zu gestalten. Digitalisieren Sie schrittweise. Ob Arbeitszeiterfassung, Personalakte, Onboarding oder Recruiting: Entscheidend ist, dort zu starten, wo der grösste Handlungsbedarf besteht.
Wie verändert die Digitalisierung die Kompetenzen im HR?
Sobald Daten verlässlich und strukturiert vorliegen, wird strategische HR-Steuerung möglich. HR-Teams erkennen Trends, verfolgen Kennzahlen und treffen fundiertere Entscheidungen. Das ist keine Revolution, sondern eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Das HR wird analytischer und strategischer und bleibt dabei menschlich. Digitale Tools ersetzen den persönlichen Austausch nicht – sie schaffen die Voraussetzungen, damit er wieder wirkungsvoll gelebt werden kann.
Die Digitalisierung stärkt Ihre strategische Rolle, verbessert die Employee Experience und vereinfacht Ihren Alltag. Modernisieren Sie mit Lucca Ihr HR, ohne Ihre ganze Plattform umzustellen.
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Der Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 26-2
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