Vom ERP‑Altbestand zur Cloud‑Plattform: MENTOR richtet Prozesse neu aus

21.09.2026
3 Min.

MENTOR, Spezialist für integrierte Lichtlösungen und HMI‑Komponenten, stellt seine internationale Prozesslandschaft neu auf. Nach 20 Jahren mit Proalpha wagt das Unternehmen den Schritt in die Cloud und setzt mit Version 9.5 auf eine moderne, standardisierte ERP‑Basis. Der Automobilzulieferer nutzt den Releasewechsel für einen radikalen Neustart: Weg von Anpassungen, hin zu klaren Prozessen, skalierbarer Infrastruktur und einer global einheitlichen Datenbasis. Ein strategischer Schritt, der die Organisation fit für weiteres Wachstum macht.

 

Symbolbild von Ammy K via Pexels

 

Die MENTOR GmbH & Co. Präzisions‑Bauteile KG gehört zu den Unternehmen, die man in der Industrie sofort erkennt – nicht wegen ihres Namens, sondern wegen ihrer Produkte. Die integrierten Lichtlösungen und HMI‑Komponenten des Familienunternehmens aus Erkrath verleihen Fahrzeugen und Maschinen das gewisse Etwas: Intuitive Bedienung, visuelle Akzente, Markencharakter. Grosse OEMs und Hidden Champions setzen seit Jahren auf die Innovationskraft des Unternehmens.

Damit die länderübergreifenden Material‑ und Werteflüsse reibungslos funktionieren, vertraut MENTOR seit 20 Jahren auf Proalpha ERP. Nun geht das Unternehmen den nächsten Schritt: Mit dem Update auf Proalpha Version 9.5 vollzieht MENTOR den Wechsel in die Cloud – und richtet seine gesamte Prozesslandschaft neu aus.

Internationales Geschäft braucht ein durchgängiges ERP

MENTOR produziert an mehreren Standorten, darunter Polen, Tunesien und China. Ein übergreifendes ERP‑System ist für die kaufmännische Geschäftsleitung daher unverzichtbar. Bereits seit 2006 bildet das Unternehmen den kompletten Order‑to‑Cash‑Prozess in Proalpha ab, inklusive der Automotive Component, der Branchenlösung für Automobilzulieferer.

Alle Abläufe – von der Anfrage über Beschaffung, Entwicklung und Fertigung bis zum Versand – greifen nahtlos ineinander. Planung und Terminierung erfolgen transparent über alle Werke hinweg. Die Stammdaten werden zentral gepflegt und automatisiert in die internationalen Mandanten repliziert. „Wir bilden den gesamten Order‑to‑Cash‑Prozess in Proalpha ab“, sagt Timo Sengstock, Leiter der ERP‑Organisation.

Die internationale Zusammenarbeit bringt Herausforderungen mit sich: Distanz, Sprache, unterschiedliche ERP‑Kompetenzen. Umso wichtiger ist eine stabile Datenbasis. Heute erfolgt die Belegübermittlung über die Integration Workbench (INWB), künftig, nach dem Releasewechsel, über moderne EDI‑Prozesse.

Damit schafft MENTOR die Grundlage für eine konsistente, automatisierte Kommunikation zwischen den Standorten.

Greenfield statt Flickwerk: Prozesse neu gedacht

Der Releasewechsel fällt mit einem internen Change‑Projekt zusammen. Eine seltene Chance – und MENTOR nutzt sie konsequent.

Alle Prozesse wurden neu bewertet, optimiert und so gestaltet, dass sie im Proalpha‑Standard abbildbar sind. Anpassungen sollten weitgehend verschwinden. Von ehemals rund 100 Modifikationen bleiben heute nur noch zwei übrig – eine davon wird bald zurückgebaut. 

„Wir wollen seit längerem weg von den Anpassungen im ERP-System und haben uns entschieden, nur selektiv Daten in die neue Version zu übernehmen.“ meint Sengstock. MENTOR startet bewusst mit einer Basisinstallation des Standards – ein radikaler, aber zukunftsfähiger Ansatz.

Der Schritt in die Cloud: Weniger Invest, mehr Flexibilität

Mit Version 9.5 und dem neuen Web‑Client Proalpha ray wird die Cloud für MENTOR zur echten Option. Die bisher umfangreiche lokale Infrastruktur wird entlastet, die internationalen Standorte werden technologisch unabhängiger und die Kosten werden planbarer. Und Timo Sengstock ergänzt: „Durch die Cloud-Anbindung gehen wir weg vom grossen Invest und nutzen Proalpha künftig als Dienstleistung.“

Die Cloud ermöglicht zudem eine bedarfsgerechte Skalierung – ein wichtiger Faktor für ein Unternehmen mit globalen Produktionsstandorten.

Wo spezialisierte Subsysteme sinnvoller sind – etwa Qualitätssicherung oder operative Fertigungssteuerung – bindet MENTOR diese über moderne REST‑APIs an. Lösungen aus der Proalpha Gruppe wie Insiders oder Nemo sind bereits integriert, weitere Systeme folgen.

Der Vorteil: Weniger Anpassungen, höhere Release‑Sicherheit, klarere Systemarchitektur.

Internationaler Rollout: Polen macht den Anfang

Seit Anfang 2026 läuft der Rollout in Polen, inklusive der lokalen Landesversion und der Anbindung an das polnische E‑Rechnungssystem KSeF. Die Finanzbuchhaltung wird lokal abgebildet und anschliessend mit der Materialwirtschaft zusammengeführt. Das strukturierte Vorgehen schafft die Basis für einen reibungslosen internationalen Rollout.

Bis Q1 2027 soll der Releasewechsel abgeschlossen sein. Danach erwartet MENTOR deutliche Verbesserungen in der Planung und Steuerung der gesamten Supply Chain.

Durch die neuen Funktionen stehen Informationen früher und in höherer Qualität zur Verfügung – ein entscheidender Vorteil angesichts globaler Lieferzeiten und komplexer Materialflüsse.

Fazit: Ein ERP‑Projekt, das weit mehr ist als ein Update

Für MENTOR ist der Wechsel auf Proalpha 9.5 ein strategischer Schritt

  • weg von Anpassungen

  • hin zum Standard

  • weg von Grossinvestitionen

  • hin zur Cloud

  • weg von historisch gewachsenen Prozessen

  • hin zu einer international skalierbaren ERP‑Landschaft

Damit schafft das Unternehmen die Basis für weiteres Wachstum – technologisch, organisatorisch und global.

 

Lesen Sie hier die vollständige Fallstudie

 

Proalpha Schweiz AG | 4147 Aesch | www.proalpha.com

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