Der digitale Wandel bleibt für Schweizer KMU ein Dauerthema. Doch während die Technologie voranschreitet, bleiben die Bedürfnisse der Unternehmen erstaunlich konstant: Weniger Komplexität, mehr Effizienz und Lösungen, die im Alltag sofort funktionieren. Der topsoft Trendkompass 2026 zeigt deutlich, wohin die Reise geht – und welche Erwartungen die KMU an ihre Softwarepartner stellen.

KI und Automatisierung: Die neuen Arbeitstiere
Unsere Umfrage zum Thema «IT-Trends 2026» hat sich an Schweizer KMU gerichtet. Die Auswertung der Resultate zeigt ein klares Bild.
Ganz oben auf der Prioritätenliste stehen zwei Themen: KI-Agenten und Automatisierung im bestehenden ERP. Beide erreichen in der Auswertung Spitzenwerte und zeigen, dass KMU konkrete Entlastung suchen.
- KI-Agenten werden als praktische Helfer gesehen, die Routineaufgaben übernehmen und Prozesse selbstständig anstossen können.
- ERP-Automatisierung bleibt ein Dauerbrenner, weil sie an bestehende Abläufe anknüpft und sofort Wirkung zeigt.
Rund die Hälfte der Unternehmen setzt ihre Prioritäten klar auf Technologien, die Zeit sparen und Fehler reduzieren. KI wird dabei als Werkzeug betrachtet, das sofort Nutzen bringen soll.
Sicherheit und Schweizer Datenhaltung: Vertrauen ist Trumpf
Cybersecurity bleibt ein zentrales Thema – und zwar nicht nur als Pflichtübung. Viele KMU betonen, dass sie sich in einer zunehmend vernetzten Welt nur dann wohlfühlen, wenn ihre Daten nachvollziehbar geschützt sind. Besonders gefragt sind:
- Transparente Sicherheitsmechanismen
- Schweizer Cloud-Angebote
- Lösungen, die sensible Daten nicht in Blackbox-Umgebungen verschwinden lassen
Der Wunsch nach digitaler Souveränität ist klar spürbar. Rund ein Drittel der Unternehmen setzt entsprechende Themen weit oben auf die Agenda.
Effizienz bleibt der stärkste Treiber – und zwar mit Abstand
Wenn KMU in neue Technologien investieren, dann aus einem klaren Grund: Effizienzsteigerung.
Sie ist mit deutlichem Abstand der wichtigste Treiber – und das überrascht nicht. In einem Umfeld mit hohen Lohnkosten und knappen Ressourcen zählt jeder gewonnene Arbeitsschritt.
Weitere wichtige Motive der KMU sind Flexibilität und Skalierbarkeit sowie die Cybersecurity.
Bemerkenswert ist, dass einige Unternehmen zusätzlich Datenqualität als eigenen Treiber genannt haben – ein Zeichen dafür, dass KI und Automatisierung nur so gut funktionieren wie die Daten, die man ihnen füttert.
Was KMU von ihren Softwareanbietern erwarten
Die qualitativen Rückmeldungen zeichnen ein sehr klares Bild. KMU wollen Lösungen, die ihnen Arbeit abnehmen – nicht solche, die neue Abhängigkeiten schaffen. Besonders häufig genannt wurden:
1. Transparenz statt Blackbox
KMU wünschen sich verständliche Preismodelle, klare Aussagen zu KI-Funktionen und nachvollziehbare Roadmaps. Und viele Unternehmen haben genug von undurchsichtigen Lizenzmodellen oder Funktionen, die zwar versprochen, aber nie geliefert werden.
2. Moderne, offene Systemarchitekturen
Die Zeit der Flickwerk-Updates scheint vorbei. Gefordert werden zum Beispiel robuste Schnittstellen, durchgängige Modernisierung statt kosmetischer Module und Systeme, die sich ohne Spezialwissen integrieren lassen. Gerade kleinere Unternehmen wollen keine IT-Landschaft, die nur mit externer Hilfe stabil bleibt.
3. Mehr Autonomie und Self-Service
Ein deutlicher Trend: KMU möchten Software selbst einführen und betreiben können. Das klassische Modell mit beratungsintensiven Implementierungen wird zunehmend hinterfragt. Stattdessen wünschen sich die Unternehmen intuitive Setups, Self-Service-Funktionen sowie klare Anleitungen und Best Practices
Kurz: Software soll sich an den Alltag der KMU anpassen, nicht umgekehrt.
Fazit: 2026 wird das Jahr der pragmatischen Digitalisierung
Der Trendkompass 2026 zeigt klar: KMU wollen keine grossen Versprechen, sondern Lösungen, die funktionieren. Effizienz, Sicherheit und einfache Bedienbarkeit stehen im Zentrum. Anbieter, die moderne Technologien mit nachvollziehbaren Konzepten und konkretem Nutzen verbinden, werden im kommenden Jahr besonders gefragt sein.
Die Botschaft der KMU ist laut dieser Umfrage eindeutig: Weniger Komplexität, mehr Klarheit und Software, die wirklich hilft.
Der Autor
Cyrill Schmid ist Managing Partner bei topsoft und leitet auch das
topsoft Consulting Netzwerk. Seit fast 30 Jahren begleitet er Unternehmen bei der Auswahl und Einführung von Business-Software und bringt Klarheit in komplexe IT-Fragen.
Der Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 26-1
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