Schöni Food – Tradition, Fermentation und der Weg in die nächste Generation

21.10.2026
3 Min.

Schöni Food zeigt, wie ein traditionsreicher Familienbetrieb den Sprung in die Zukunft schafft, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Das Referat von Andrea Schöni, Unternehmerin in vierter Generation und Geschäftsführerin der Schöni Food AG, am KMU Fachforum 2026 machte deutlich, wie konsequente Fermentationsexpertise, ehrliche Führung und ein sorgfältig geplanter Generationenwechsel ein Unternehmen stärken, das sich zwischen Retail-Druck und Innovationsanspruch behaupten muss.

 

Andrea Schöni von Schöni Food sprach am KMU Fachforum 2026 (Bild Schöni Food)

 

Schöni Food aus Oberbipp ist ein Schweizer Familienunternehmen in vierter Generation – und ein Beispiel dafür, wie sich ein traditionsreicher Betrieb erfolgreich neu erfindet. Was 1920 als Sauerkrautfabrik begann, ist heute ein moderner Gemüseveredler mit rund 80 Mitarbeitenden, 30 Prozent Bio-Anteil und einem Sortiment, das von Randen über Hülsenfrüchte bis zu Kimchi reicht. Die Kernkompetenz bleibt die Fermentation – ein Bereich, der tiefes Erfahrungswissen verlangt und sich nicht einfach kopieren lässt.

Tradition trifft Trend – Fermentation als USP

Fermentation ist bei Schöni Food ein Herstellungsverfahren sowie ein strategischer Vorteil. Das Unternehmen verbindet handwerkliche Techniken – etwa das manuelle Stampfen – mit modernen, gesundheitsorientierten Produkten wie rohem Kimchi. So gelingt die Brücke zwischen Tradition und neuen Kundensegmenten. «Der Balanceakt zwischen Tradition und Innovation», wie Andrea Schöni betont, ist ein ständiger Prozess. 

Marktdruck und Partnerschaften im Schweizer Retail

Schöni Food arbeitet eng mit Coop und Migros zusammen, die je rund 30 Prozent des Umsatzes ausmachen. Diese Abhängigkeit bringt Preisdruck, aber auch Stabilität und konstruktive Zusammenarbeit. Qualität, Verlässlichkeit und transparente Kommunikation sind entscheidend, um in diesem Umfeld zu bestehen. Gleichzeitig wächst das Verständnis der Retailer für Herausforderungen wie Ernteausfälle oder Rohwarenengpässe.

Führungskultur: Vertrauen, Wertschätzung und Zeit

Andrea Schöni beschreibt Führung als langfristige Aufgabe, die Zeit, Ehrlichkeit und Wertschätzung braucht. «Führung braucht Zeit», sagt sie – und meint damit nicht nur operative Entscheidungen, sondern die Pflege von Beziehungen zu Mitarbeitenden und Kunden. Die Kultur des Unternehmens basiert auf Vertrauen und dem Empowerment des Teams.

Der Generationenwechsel – strukturiert und bewusst gestaltet

Der Übergang zur nächsten Generation ist sorgfältig vorbereitet. Tochter und Schwiegersohn haben alle Abteilungen durchlaufen, um das Geschäft von Grund auf zu verstehen. Die operative Übergabe erfolgt per 1. Januar 2027, begleitet von einem Rebranding, das die Verbindung zwischen Tradition und Zukunft sichtbar macht. Die abgebende Generation bleibt im Verwaltungsrat beratend tätig. Wichtig sei, so Schöni, «keinen Druck auf die Nachfolger auszuüben, sondern Freude zu vermitteln».

Empfehlungen für KMU

  • Traditionelle Stärken als USP pflegen und gleichzeitig neue Trends aufnehmen.
  • Sortiment weiterentwickeln, um saisonale Schwankungen abzufedern.
  • Ehrliche Kommunikation mit Retailern pflegen und Preisdruck mit Qualität begegnen.
  • Generationenwechsel früh planen und das Team transparent mitnehmen.

Schöni Food zeigt, wie ein Familienunternehmen mit klaren Werten, Mut zur Innovation und einer starken Kultur erfolgreich in die nächste Generation übergeht.

 

Andrea Schöni ist Geschäftsführerin der Schöni Food AG

 

KMU Fachforum - Erfahrung teilen und Zukunft gestalten

Dieses Referat hielt Andrea Schöni am KMU Fachforum 2026. Seit 2023 treffen sich im Spätsommer Vertreterinnen und Vertreter aus Schweizer KMU im idyllischen Heuboden, um sich zu aktuellen Themen auszutauschen, zu netzwerken und voneinander zu lernen. Die nächste Ausgabe findet am 26. August 2027 statt. Aktuelle Informationen zum KMU Fachforum finden Sie jederzeit auf www.kmu-fachforum.ch.