Produktdaten Exchange 2026: Die Zukunft der Datenarbeit

26.10.2026
3 Min.

Der Produktdaten Exchange 2026 zeigte eindrücklich, wie breit das Thema Produktdaten heute aufgestellt ist: Von PIM‑Einführungen über Datenonboarding und Change Management bis hin zum Digitalen Produktpass und Media Asset Management. Ein Anlass, der die Zukunft der Datenarbeit greifbar machte.

 

Nadine Zgorzelski von Christ Uhren und Schmuck am Produktdaten Exchange 2026 (Quelle aclevion)

 

Mit über 50 Teilnehmenden bot der Produktdaten Exchange 2026 erneut eine Plattform für Austausch, Praxisbeispiele und strategische Einblicke rund um Produktdaten. Die Referate zeigten, wie vielfältig die Herausforderungen geworden sind – und wie Unternehmen mit modernen Systemen, klaren Prozessen und sauberem Datenfluss Wettbewerbsvorteile schaffen.

PIM‑Einführungen, Datenonboarding und Change Management: Praxisbeispiele aus verschiedenen Branchen

Ruben Meier, CIO von INTERSPORT Schweiz, zeigte, wie das Unternehmen im Zuge einer ERP‑Migration innerhalb von nur acht Monaten ein neues PIM‑ und DAM‑Gesamtpaket eingeführt hat. Die Kombination aus ATAMYA, forebeyond und pixx.io mag auf den ersten Blick komplex wirken, erwies sich aber als sinnvoll: Für jeden Teilaspekt des Datenflusses steht ein spezialisierter Ansprechpartner bereit. Besonders wichtig war das Datenonboarding, denn rund 400 Lieferanten liefern Produktdaten in sehr unterschiedlicher Qualität. Mit forebeyond kann INTERSPORT diesen Prozess nun gezielt professionalisieren.

Auch Christ Uhren und Schmuck gewährte Einblicke in die eigene PIM‑Strategie. Nadine Zgorzelski erläuterte, weshalb sich das Unternehmen für ATAMYA entschieden hat: Die Lösung bietet die nötige Flexibilität, um Produktdaten für unterschiedlichste Kontexte aufzubereiten – vom exklusiven High‑End‑Segment bis zum Fashion‑Bereich, für Retailer, Online‑Shops und Print. ATAMYA schafft einen zentralen Ort, an dem sich die Mitarbeitenden fokussiert mit Produktdaten auseinandersetzen können und Lücken zwischen physischem und digitalem Einkaufserlebnis geschlossen werden.

Wie wichtig ein strukturiertes Datenonboarding ist, zeigte das gemeinsame Referat von ESA, Onedot und aclevion. ESA verwaltet insgesamt rund 600’000 Artikel, davon 100’000 aktiv im PIM. Die grösste Herausforderung liegt bei der Datenbeschaffung von über 300 Lieferanten, deren Datenqualität stark variiert. Um diesen Prozess zu optimieren, setzt ESA auf Onedot: Ein KI‑gestütztes Lieferantenportal, das fehlende Daten ergänzt, Dateien zentral entgegennimmt und die Erfassung in klar zugeordneten Workspaces ermöglicht. Ziel ist es, zusätzliche Produkte schneller online zu bringen und den Datenfluss weitgehend zu automatisieren.

Einen anderen Schwerpunkt setzte Jürgen Burger von SIMIO GmbH & Co. KG: Change Management. Für ihn ist PIM ein fortlaufender Prozess und kein Projekt. Er empfiehlt ein glasklares Zielbild, echte Ressourcen, eine schonungslose Analyse der Ist‑Situation und – wo sinnvoll – externe Unterstützung. Besonders wichtig sei es, internationale Standorte früh einzubeziehen, um spätere Überraschungen zu vermeiden. Und: Ein positiv geprägtes Change‑Klima ist entscheidend, damit ein neues PIM von allen Beteiligten getragen wird.

Digitaler Produktpass und Media Asset Management: Datenqualität als strategischer Hebel

Ein zentrales Zukunftsthema war der Digitale Produktpass (DPP). Dr.-Ing. Uwe Rüdel von GS1 Switzerland zeigte, welche Produktgruppen wann betroffen sein werden und weshalb Unternehmen bereits heute ihre Datenqualität prüfen sollten. Wer weiss, woher die Daten kommen, in welcher Qualität sie vorliegen und wo Automatisierung möglich ist, ist für den DPP deutlich besser gerüstet. Dani Küchler von buildup AG ergänzte, wie Unternehmen Schritt für Schritt eine Systemlandschaft aufbauen können, die ein DPP‑Tool ermöglicht. Ein sauber implementiertes PIM schafft dabei die Grundlage – nicht nur für den DPP, sondern auch für E‑Commerce und weitere Kommunikationskanäle. Der DPP kann zudem zu einem Marketinginstrument werden, das neue Kontaktpunkte mit Endkunden eröffnet.

Zum Abschluss zeigte Tobias Schürgers von pixx.io, wie wichtig Media Asset Management geworden ist. In vielen Branchen sind Bilder zentrale Verkaufsfaktoren und oft wichtiger als reine Produktdaten. Metadaten, Schlagwörter und technische Informationen bilden die Basis, um Bildwelten strukturiert aufzubauen und über verschiedene Kanäle konsistent auszuspielen. Gleichzeitig sind sie ein Enabler für KI‑gestützte Prozesse.

Ein besonderes Augenmerk lag auf dem integrierten Brand Guide von pixx.io. Das Beispiel des Kunden Bergblut zeigte, wie ein Brand Portal Vertrauen schafft und die Markenkommunikation vereinheitlicht. Während Produktdaten Fakten liefern, sorgt Content für Emotionen – und beeinflusst damit die Kaufentscheidung. Brand Guides werden zudem im Zusammenspiel mit KI‑Agenten immer wichtiger: Diese können künftig anhand hinterlegter Markenrichtlinien selbständig Kommunikationsmittel erstellen.

Fazit: Produktdaten als strategische Grundlage für die nächsten Jahre

Der Produktdaten Exchange 2026 machte deutlich, wie breit das Thema Produktdaten heute aufgestellt ist. Moderne PIM‑ und DAM‑Systeme, sauberes Datenonboarding, strukturiertes Change Management, der Digitale Produktpass und Media Asset Management greifen ineinander. Unternehmen, die ihre Datenqualität konsequent verbessern, schaffen damit nicht nur Effizienz – sondern einen echten Wettbewerbsvorteil.

 

 

aclevion AG | 6003 Luzern | www.aclevion.com

Weitereführende Informationen und Beiträge bei aclevion in der topsoft Marktübersicht

PIM