PPWR, EPR und DPP: Was auf exportierende Schweizer KMU zukommt

08.09.2026
3 Min.

Viele Schweizer KMU exportieren seit Jahren erfolgreich in die EU und erleben ihre Lieferbeziehungen als stabil und unkompliziert. Gerade deshalb werden neue regulatorische Entwicklungen oft unterschätzt. PPWR, EPR und DPP bringen schrittweise Anforderungen, die auch für kleinere Unternehmen relevant werden – und die sich frühzeitig klären lassen, bevor sie operative Auswirkungen haben.

 

Auch Verpackungen sind von den Änderungen betroffen (Symbolbild von Stefan Schweihofer via Pixabay)

 

Schweizer Unternehmen exportieren seit Jahrzehnten erfolgreich in die EU – oft mit stabilen Abläufen, eingespielten Partnern und wenig Veränderungen im Tagesgeschäft. Viele KMU erleben ihre Lieferbeziehungen als verlässlich und unkompliziert. Entsprechend entsteht schnell der Eindruck, dass neue regulatorische Entwicklungen in der EU vor allem grosse Konzerne betreffen oder erst dann relevant werden, wenn ein Handelspartner konkrete Anforderungen stellt.

Doch mit der neuen EU‑Verpackungsverordnung (PPWR), der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) und dem Digitalen Produktpass (DPP) kommen schrittweise Vorgaben, die auch Schweizer KMU betreffen, sobald Produkte oder Ersatzteile in die EU geliefert werden. Die Themen sind nicht dramatisch – aber sie sind verbindlich. Und sie greifen in Bereiche ein, die im Alltag oft wenig Beachtung finden: Verpackungen, Stammdaten, Recyclingpflichten, Dokumentation, Systemlandschaften.

Warum die Themen oft unterschätzt werden

Viele KMU gehen davon aus, dass sich die Anforderungen erst zeigen, wenn ein EU‑Partner etwas einfordert. Doch die Erfahrung zeigt:

  • EU‑Händler und Distributoren setzen Vorgaben häufig erst spät oder sehr selektiv durch.
  • Die regulatorischen Pflichten gelten trotzdem – unabhängig davon, ob jemand aktiv danach fragt.
  • Die Anforderungen betreffen nicht nur die Verpackung selbst, sondern auch Prozesse, Rollen, Datenqualität und interne Zuständigkeiten.

Gerade EPR kann je nach Land und Vertriebskonstellation unterschiedliche Verpflichtungen auslösen – für dasselbe Produkt. Und der Digitale Produktpass wird künftig zusätzliche Datenanforderungen bringen, die auf bestehenden PPWR‑ und EPR‑Strukturen aufbauen.

Was das für Schweizer KMU bedeutet

Für viele Unternehmen ist der wichtigste Schritt nicht die technische Umsetzung, sondern das Verstehen der eigenen Betroffenheit: Welche Produkte sind relevant? Welche Verpackungen? Welche Märkte? Welche Rollen im Vertrieb? Welche Daten liegen wo? Welche Systeme können was liefern?

Erst wenn diese Grundlagen geklärt sind, lässt sich beurteilen, ob bestehende ERP‑, PIM‑ oder PLM‑Systeme ausreichen oder ob Anpassungen nötig werden. Oft zeigt sich: Vieles ist oft bereits vorhanden – aber eben verteilt, unstrukturiert oder nicht konsistent gepflegt.

Ein nüchterner Blick – ohne Alarmismus

PPWR, EPR und DPP sind keine Themen, die man mit grossem Drama angehen muss. Aber sie gehören auf die Agenda jedes exportierenden KMU und zwar nicht erst dann, wenn ein Kunde nachfragt. Ein frühzeitiger Blick spart Aufwand, verhindert Insellösungen und schafft Klarheit darüber, was wirklich nötig ist und was eben nicht.

Ein erster Überblick kann Ihnen unter Umständen auch unser topsoft Webinar bieten:

 

Webinar: Was bedeutet die neuen EU-Vorgaben konkret für Schweizer KMU?

Gemeinsam mit Experten aus Supply Chain und Datenmanagement beleuchten wir im kommenden topsoft‑Webinar,

  • was sich für Schweizer KMU konkret verändert,
  • welche Daten und Prozesse jetzt wichtig werden,
  • und wie man die Themen pragmatisch angeht, ohne neue Komplexität zu schaffen.

Das Webinar ist kostenlos und richtet sich an alle Unternehmen, die Produkte oder Ersatzteile in die EU liefern – unabhängig von Branche oder Unternehmensgrösse.

Melden Sie sich gleich an.

Sie haben keine Zeit? Melden Sie sich trotzdem an, Sie erhalten dann den Link zum Webinar-Replay kostenlos zugestellt.