KYC digitalisieren: Kundenprüfung durchgängig gestalten

10.10.2026
4 Min.
KYC-Prozesse umfassen viele Einzelschritte: Unternehmen und wirtschaftlich Berechtigte identifizieren, Screenings durchführen, Risiken beurteilen und Entscheidungen dokumentieren. DeepKYC verbindet diese Aufgaben künftig in einem durchgängigen digitalen Prozess.



Bild zVg von DeepCloud

Wenn Kundenprüfung zum komplexen Prozess wird

Wer seine Kunden kennen muss, kennt auch den Aufwand dahinter: Unternehmensnachweise prüfen, wirtschaftlich berechtigte Personen identifizieren, relevante Personen und Unternehmen screenen, Risiken beurteilen und die Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.

Seit dem 1. Oktober 2026 stehen diese Aufgaben noch stärker im Fokus. Verstärkte Schweizer Geldwäschereivorschriften rücken Kundenprüfung, wirtschaftlich berechtigte Personen, Risikobeurteilung und eine konsistente Dokumentation stärker in den Vordergrund. Welche konkreten Pflichten gelten, hängt von der jeweiligen Tätigkeit und Situation ab.

Die Herausforderung liegt jedoch nicht allein in den einzelnen Prüfungen. Aufwendig wird KYC vor allem dann, wenn Informationen aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, Arbeitsschritte in unterschiedlichen Systemen durchgeführt und Entscheidungen separat dokumentiert werden müssen. Auch periodische Reviews können notwendig werden. Dann sollte weiterhin nachvollziehbar sein, welche Informationen geprüft, welche Auffälligkeiten festgestellt und wie diese beurteilt wurden.

Vom einzelnen Check zum digitalen KYC-Prozess

Genau hier setzt DeepKYC an. DeepCloud entwickelt die neue Anwendung, um Know-Your-Customer-Prüfungen und die dazugehörige Compliance-Dokumentation für Schweizer Unternehmen zu vereinfachen.

Statt einzelne Prüfungen voneinander getrennt durchzuführen, sollen Unternehmensinformationen, Identifikationen, Screenings, Risikobeurteilungen, Entscheidungen und Nachweise in einem geführten Prozess zusammengeführt werden.

Dabei beginnt KYC dort, wo Unternehmen bereits arbeiten. DeepKYC soll sich mit Abacus und anderer Business Software verbinden und sich so in bestehende Prozesse einfügen. Ein Prozess kann beispielsweise in Abacus starten, bei Bedarf an DeepKYC übergeben und anschliessend mit den relevanten Resultaten und Dokumenten wieder in Abacus abgelegt werden.

Damit wird die Kundenprüfung nicht zu einem zusätzlichen Prozess neben dem Tagesgeschäft, sondern kann mit bestehenden Geschäftsabläufen verbunden werden.

Vier Schritte für eine nachvollziehbare Kundenprüfung

Der KYC-Prozess bündelt vier zentrale Schritte.
  1. Zunächst werden Nachweise der Organisation geprüft. Registerauszüge und weitere geeignete Nachweise lassen sich an einem Ort erfassen und der jeweiligen Organisation zuordnen.
  2. Danach werden wirtschaftlich berechtigte Personen, sogenannte UBOs, erfasst. Dies kann digital mit DeepID, über einen Dokumentenupload oder manuell erfolgen.
  3. Im nächsten Schritt folgt das Screening relevanter Personen. DeepKYC unterstützt die Prüfung gegen Sanktionslisten, politisch exponierte Personen (PEP) und weitere relevante Watchlists. Als Quellen werden unter anderem OFAC SDN, EU Council, UN Consolidated, UK HMT und SECO berücksichtigt. Mögliche Treffer können direkt innerhalb des Prozesses geprüft und die jeweilige Entscheidung samt Begründung dokumentiert werden.
  4. Zum Abschluss werden Status, Entscheidungen und Nachweise in einem nachvollziehbaren Bericht zusammengeführt. Der Bericht wird auf die relevanten SRO-Anforderungen abgestimmt und kann mit DeepSign digital versiegelt werden.


So entsteht aus einzelnen Prüfungen eine zusammenhängende und nachvollziehbare KYC-Dokumentation.

Services und Informationen miteinander verbinden

Ein KYC-Prozess benötigt unterschiedliche Informationen und Funktionen. DeepKYC verbindet deshalb weitere Services aus dem DeepCloud Ökosystem mit der Kundenprüfung.
  • DeepID unterstützt bei der digitalen Identifikation von Personen.
  • DeepSign bindet elektronische Signaturen in den Prüfprozess ein.
  • DeepInfos führt relevante Unternehmensinformationen zusammen, die bei einer fundierten Prüfung unterstützen können.
Der Vorteil liegt im Zusammenspiel: Informationen und Nachweise bleiben mit der jeweiligen Kundenprüfung verbunden, anstatt über unterschiedliche Anwendungen und Ablagen verteilt zu werden.

Weniger Brüche, mehr Nachvollziehbarkeit

Digitalisierung allein macht einen KYC-Prozess noch nicht einfacher. Entscheidend ist, dass die einzelnen Schritte miteinander verbunden sind. Genau darauf zielt DeepKYC ab: einfachere Kundenprüfungen, durchgängig digitale Abläufe, konsistente Dokumentation und eine bessere Nachvollziehbarkeit.

Gleichzeitig soll die Einbindung in Abacus Prozesse den Wechsel zwischen Geschäftssoftware und Compliance-Prozess reduzieren. Auch spätere periodische Reviews können auf der bestehenden Prüfung aufbauen.

DeepKYC richtet sich an Unternehmen, bei denen eine strukturierte Kundenprüfung relevant ist. Dazu gehören unter anderem Treuhandunternehmen, Kanzleien und Notariate, Buchhaltung, Corporate Services, Immobilienunternehmen und Beratungsunternehmen.

DeepKYC wird in den kommenden Wochen lanciert. Unternehmen, die ihre Kundenprüfung digitaler und durchgängiger gestalten möchten, können bereits jetzt einen Beta-Zugang auf deepkyc.swiss anfragen oder sich direkt an sales@deepcloud.swiss wenden.
Hinweis: Welche gesetzlichen und regulatorischen Pflichten für ein Unternehmen gelten, hängt von dessen Tätigkeit und konkreter Situation ab. Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar.

 

 

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