Der Schweizer Anwenderverband swissAI fordert vom Bundesrat eine umfassende Auseinandersetzung mit den Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf Arbeitsmarkt und Bildung. Anlass ist der geplante internationale KI-Gipfel, den die Schweiz im Juni 2027 in Genf ausrichten will.

Wie verändert KI Berufe, Aus- und Weiterbildung? Diese Frage gehört gemäss swissAI auf die politische Agenda. (Symbolbild von ELLA DON via Unsplash)
Während auf internationaler Ebene häufig über Regulierung, Sicherheit und Governance von KI diskutiert wird, sieht swissAI zusätzlichen Handlungsbedarf im Inland. Der Verband fordert eine nationale Technologiefolgenabschätzung sowie eine gemeinsame Strategie von Bund, Kantonen und Wirtschaft zum Aufbau von KI-Kompetenzen in der Bevölkerung.
Schweiz gehört zu den intensivsten KI-Nutzern Europas
Nach Angaben des Bundesamts für Statistik nutzt die Schweizer Bevölkerung generative KI im europäischen Vergleich besonders intensiv. Rund 73 Prozent der KI-Nutzenden setzen entsprechende Werkzeuge auch im Berufsalltag ein.
Gleichzeitig mehren sich Hinweise auf Veränderungen am Arbeitsmarkt. Laut Daten der KOF ETH Zürich ist die Zahl der Stellensuchenden in Berufen mit hoher KI-Exposition seit Ende 2022 stärker gestiegen als in anderen Tätigkeitsfeldern. Besonders betroffen seien dabei jüngere Arbeitskräfte.
Für swissAI zeigt dies klar, dass die Diskussion über KI nicht allein technologisch geführt werden darf.
«Die Menschen fragen nicht nur, ob KI sicher ist. Sie fragen, was KI mit ihrem Job und mit der Ausbildung ihrer Kinder macht», sagt swissAI-Präsident Chris Beyeler.
Drei Forderungen an den Bundesrat
Der Verband fordert konkret:
- Eine unabhängige Untersuchung der Auswirkungen von KI auf Arbeitsmarkt und Bildung,
- eine nationale Strategie zum Aufbau von KI-Kompetenzen in Schule, Berufsbildung und Weiterbildung,
- sowie eine stärkere Einbindung von KMU, Bildungsinstitutionen, Verwaltungen und Anwendern in die nationale KI-Politik.
Nach Ansicht von swissAI ist dies Voraussetzung dafür, dass die Schweiz ihre wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität langfristig sichern kann.
KI-Governance wird zum Standortthema
Mit der Austragung des geplanten KI-Gipfels positioniert sich die Schweiz zunehmend als Plattform für den internationalen Dialog über den Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Dabei könnte Genf aufgrund seiner Rolle als Standort zahlreicher internationaler Organisationen an Bedeutung gewinnen.
swissAI begrüsst die Initiative des Bundes grundsätzlich. Gleichzeitig fordert der Verband, dass die Schweiz die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Technologie auch im eigenen Land aktiv angeht.
Als Anwenderverband vertritt swissAI Unternehmen, öffentliche Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und Einzelpersonen, die KI-Technologien praktisch einsetzen. Der Verband setzt sich für den verantwortungsvollen und praxisnahen Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Schweiz ein.
Weitere Kennzahlen und Quellen: KI in der Schweiz in Zahlen
topsoft ist Medienpartner von swissAI