Ein ERP ist stark, solange es seine Aufgabe erfüllt. Kritisch wird es, wenn es alles können soll. Denn viele Unternehmen lagern immer mehr Spezialprozesse ins zentrale System aus. Was kurzfristig praktisch wirkt, kann langfristig teuer werden.

Symbolbild von Ali Babajahdi via Pexels
Eine teure Abhängigkeit
Standardlösungen sind oft die richtige Basis für Finanzen, Aufträge, Stammdaten, Lager, Einkauf oder Verkaufsabwicklung. Aber nicht jeder Prozess ist ein Standardprozess. Und nicht jede Anforderung gehört ins ERP.
Eine Sonderlogik, die ins ERP wandert, ist eine Anpassung, die bei jedem Update erneut getestet, gewartet und bezahlt werden muss. So wird aus der gewünschten Flexibilität eine teure Abhängigkeit.
Use Case: Wenn Fachwissen zum System wird
Dort, wo sich ein Unternehmen vom Wettbewerb unterscheidet, braucht es oft mehr als Standard. Die
TESTEX AG ist eine unabhängige Schweizer Organisation für die Prüfung und Zertifizierung von Textilien und Leder. Welche Materialien mit welchen Parametern getestet werden, regelt die TESTEX selbst. Diese Matrix ist Grundlage jeder Zertifizierung nach OEKO-TEX®.
Über Jahre wurde diese manuell im ERP erstellt, gestützt auf zwei Regelwerken mit über 70 Seiten. Mit jeder neuen Niederlassung wurde es zeitintensiver und schwieriger, sie überall nach derselben Logik anzuwenden. Kultureller und menschlicher Interpretationsspielraum führte trotz gleicher Voraussetzungen zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Das ERP haben wir für die TESTEX gebaut. Seit über 25 Jahren entwickeln wir individuelle Software. Wir kennen die Stärken von ERP-Systemen und wissen, wann eine eigene Lösung der bessere Weg ist.

«Du hast ein ERP und machst daraus Schritt für Schritt ein CRM, eine Verkaufsplattform, Kundenportal oder noch viel mehr. Damit beginnt das Problem. Ein System, das für bestimmte (standardisierte) Kernprozesse gebaut wurde, wird plötzlich für Aufgaben verwendet, für die es nie gedacht war.»
Patrick Büchler, CEO von soxes
Standard, wo möglich. Individuell, wo nötig
Deshalb hat soxes die Testmatrix aus dem ERP herausgelöst und in eine eigene Applikation überführt: Die TMA. Die Prüflogik, die TESTEX einzigartig macht, bekommt so eine moderne Oberfläche, in der Aufträge, Materialien und Matrixberechnungen zusammenlaufen. Über Schnittstellen ist die TMA mit den umliegenden Systemen verbunden, sodass Daten fliessen, statt mehrfach erfasst zu werden.
TESTEX verwaltet einen Grossteil der Konfigurationen heute selbst. Ändern sich die Anforderungen an die Prüfmatrizen, passt das Unternehmen die Regeln intern an, statt auf einen Release des Standardsystems zu warten. Die TMA besteht aus einzelnen Microservices. Wo sinnvoll, nutzt soxes bewährte Drittkomponenten wie Azure Logic Apps, um komplexe Workflows einzubinden. So lässt sich die Fachlogik Stück für Stück weiterentwickeln, ohne den laufenden Betrieb zu stören.
«soxes begleitet uns seit 15 Jahren als Partner und kennt unsere individuellen Geschäftsprozesse genau. Mit der TMA erstellen wir unsere Prüfmatrizen für Standardfälle rund 2x schneller und steuern die Regeln selbst.»
Carole Laimbacher, Group Business Intelligence Manager bei TESTEX AG
Das Ergebnis
Den grössten Unterschied spüren die Menschen, die täglich damit arbeiten. Der Customer Service muss sich nicht mehr durch komplexe Regelwerke arbeiten und gewinnt Zeit für die Anliegen der Kunden. Das intuitive Design erleichtert die Einarbeitung neuer Mitarbeitender.
Das bisherige ERP wird damit nicht ersetzt, sondern um genau die Prozesse ergänzt, die TESTEX ausmachen. Kurz gesagt: ERP für den Standard. Individualsoftware für Deinen USP.
Dieser Beitrag wurde ermöglicht von soxes AG, dem verlässlichen Partner für innovative Software-Lösungen. www.soxes.ch
Der Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 26-2
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