Retouren unverpackt zurück – Amazon will neuen Service lancieren

In der Schweiz wird über die Reduktion der Retourenquote im Onlinehandel und ökologische Aspekte im Distanzhandel nachgedacht. Derweil geht Amazon in Deutschland andere Wege. Mit Ihrem aktuellen Projekt will Amazon die Rücksendung für Kunden sogar vereinfachen und damit die Hürde noch tiefer setzen. Der Handelsgigant aus Amerika will bereits im Oktober 2022 mit diesem neuen Service beginnen.
 

Symbolbild Artem Podrez via Pexels

 
Der Kunde soll von da an die bestellte Ware ohne schützende Versandverpackung, also lediglich in der Originalverpackung, in einem DHL-Paketshop abgeben. Von dort gelangt die Ware in eine Papiertasche und wird gesammelt an Amazon zurückgeführt. Wer die Kosten für diesen zusätzlichen Aufwand übernehmen wird, ist noch unklar. Der Kunde wird aller Wahrscheinlichkeit nach diesen Aufwand nicht übernehmen müssen. Wie der Service beim Kunden ankommt wird man sehen, eine Reduktion der Rückgabe-Quote ist indes nicht zu erwarten.
 
Auch wenn der Service nicht für alle Amazon-Produkte angeboten wird, darf die Frage erlaubt sein, ob dies die richtigen Anreize sind. Im Schweizer Onlinehandel scheint ein breiter Konsens zu bestehen, weg vom überbordenden Päckli-Tourismus hin zu einem ressourcensparenden, verantwortungsvollen Onlinehandel. 
 
Auch der Handelsverband ging der Frage nach „Es gibt keine Gratis-Retoure“ und kommt auf den Schluss „Es ist nichts gratis auf der Welt. Die Retoure wird von den Kunden bezahlt: Entweder über den Kaufpreis der behaltenen Ware oder eben über eine Retourengebühr.“ 
 
 
 
 

Der Autor:

 
Alfred Noser ist Spezialist für Digital Commerce und Senior Consultant im topsoft Consulting Netzwerk