Testfahrten: Neue Software bringt Prototypen schneller auf die Strasse

- Autohersteller werten mit T-Systems-Lösung Testfahrten schneller aus
- Software für Interpretation und Datenanalyse ist 40 Mal schneller 
- 150‘000 Kilometer werden in wenigen Stunden ausgewertet


Mit einer neuen Softwarelösung beschleunigt die Telekom-Tochter T-Systems das Auswerten sehr grosser Mengen von Maschinendaten. Zwei deutsche Automobilhersteller nutzen diese Lösung bereits für das Entwickeln neuer Modelle und Fahrer-Assistenzsysteme – auf der Teststrecke und in Simulationen.

Mit Erfolg: Das Datenvolumen schrumpft ohne Informationsverlust auf bis zu zehn Prozent der ursprünglichen Menge. Dies verkürzt die Rechenzeit im Computerverbund. Der eigentliche Trick ist aber das Aufbereiten der Daten für die simultane Analyse mit vielen Rechnern. Damit gelingt das Auswerten um den Faktor 40 schneller. Das Verfahren ist zum Patent angemeldet.

Erlkönig im Datenrausch 

Abstandssensoren, Emissionssonden, Innenmikrofone: Moderne Autos produzieren immer mehr Daten. Die Testfahrzeuge der Vorproduktion erfassen noch viel mehr. Ein so genannter «Erlkönig» - ein gängiger deutscher Begriff für die oftmals von den Herstellern geheim gehaltenen Prototypen - liefert dabei rund 10‘000 Werte gleichzeitig. Das entspricht bis zu drei Terabyte an Daten – pro Stunde.

Nach der Testfahrt überspielen die Ingenieure die Informationen von den mitgeführten Festplatten auf ihre Rechner. Das Auswerten dauerte bislang Tage. Mit der Erfindung von T Systems erledigt die Analysesoftware dies nun in Stunden. So finden Ingenieure sehr schnell bekannte Sensor-Muster. Gleichzeitig kann die Analysesoftware auch selbständig nach Zusammenhängen in den 10‘000 Datenströmen suchen.

150‘000 Kilometer simulieren


Die so aufbereiteten Daten der Testfahrten haben noch einen Vorteil: Nun wird das schnelle Bewerten von Simulationen möglich. Ändert ein Zulieferer die Software eines Steuergerätes, müssen die Erlkönige nicht noch einmal in die 150‘000 Kilometer lange Testphase.

Stattdessen bauen die Hersteller die aktualisierten Steuergeräte in einen Simulator ein. Dieser spielt dem Steuergerät die aufgezeichneten Signale der Testfahrten vor und speichert seine Reaktion in die T-Systems-Cloud. Schon nach wenigen Stunden liegen die Erkenntnisse vor und die Ingenieure starten die nächste Entwicklungsschleife. So integrieren sie die neue Gerätesoftware schrittweise – und trotzdem schnell.

Mehr Informationen zur neuen Softwarelösung «Big Data Signal Processing» im T-Systems Kundenmagazin Best Practice.