Künstliche Intelligenz: Drei Anwendungsfelder für ERP-MES-Lösungen

Moderne ERP-MES-Lösungen sind das Datenrückgrat der Industrie – auch im Zeitalter der digitalen Vernetzung. Schrittweise werden sie angereichert um Methoden der Künstlichen Intelligenz und auf diese Weise zu einem noch effizienteren Planungs- und Steuerungswerkzeug. 
 
ERP und MES Software spielen in vielen Unternehmen eine Hauptrolle, wenn es um die Informationstechnologie geht. Dies wird sich auch in einer entwickelten Industrie 4.0 nicht ändern. Als modular aufgebaute Systeme schaffen sie die Voraussetzung für agile Anpassungen und die Erweiterung durch KI-Komponenten, die in diesem Umfeld vorrangig generische Aufgaben lösen. Drei Anwendungsbeispiele zeigen, welches Potenzial in dieser Konstellation steckt.
 
 
 
 

Anwendungsbeispiel 1: Prognose statt Analyse

Welchen Mehrwert KI-Erweiterungen im Analytics-Bereich haben können, ist unumstritten. Kommt es z. B. zu Abweichungen von der täglichen Routine, lösen KI-Anwendungen perspektivisch selbstständig Ereignisse aus. So lassen sich z. B. irreguläre Zustände in Prozessen, Maschinen oder Anlagen vorhersagen, damit die Basis für ein optimiertes, vorausschauendes Eingreifen geschaffen wird. Das Ziel: Prognose statt Post-Mortem-Analyse. 
 
 

Anwendungsbeispiel 2: Eingabehilfe statt Bedienchaos 

Je größer die funktionale Komplexität von Softwarelösungen, desto wichtiger seine intuitive Bedienbarkeit. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wodurch Hersteller in den vergangenen Jahrzehnten die Usability ihrer Lösungen massiv verbessert haben. Durch den Einsatz von KI können ERP-MES-Lösungen künftig sinnvolle Eingaben in Formulare oder Masken erlernen. Auf dieser Basis lassen sich z. B. Eingabevorschläge ermitteln oder sämtliche Datenfelder automatisch vorbelegen. Der Nutzen: die wirksame Vermeidung von Fehleingaben bei gleichzeitig beschleunigter Abarbeitungszeit und höherer Datenqualität. 
 
 

Anwendungsbeispiel 3: Intelligente Bilderkennung 

Unterschiedliche Produkte erkennen und sortieren: Vor allem aufgrund der massiv gesteigerten Rechenleistungen entstehen auch im Umfeld der Bildererkennung und -analyse durch den Einsatz von KI vollkommen neue Möglichkeiten. So kann z. B. die Lage von Montageteilen auf automatischen Zuführungen oder die Vollständigkeit von montierten Erzeugnissen mithilfe KI-basierter Systeme überwacht werden. Gleiches gilt für die Anordnung und Lage von Kennzeichnungen, Labeln oder Gefahrenhinweisen auf Gehäusen und an Fahrzeugen. Automatisch vergleichen die Lösungen in diesen Fällen erkannte Muster mit den Daten aus der ERP- & MES-Lösung und melden Abweichungen unverzüglich an das führende System. Der Nutzen intelligenter Bilderkennung beschränkt sich so nicht nur auf nachweislich sinkende Fehlerraten. Vielmehr erhalten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die notwendigen Freiräume, um sich auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren zu können.
 
 
Dr. Harald Schrimpf (CEO PSI Software AG) erläutert, wie Unternehmen Künstliche Intelligenz in der Industrie einsetzen können. 
 
 

Datenbrücke zwischen ERP und KI

Fest steht: Neue KI-Anwendungen reichen weit über die bekannten Einsatzszenarien hinaus. Dies lässt sich am Beispiel der Spracherkennung zeigen, in der schon seit vielen Jahren Methoden der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen. Da Sprech- und Wortmuster über Monate oder gar Jahre Bestand haben, bildete die empirische Klassifizierung statischer Muster hierfür die Basis. Industrielle Daten und Datenmuster verhalten sich jedoch anders: Sie verändern sich dynamisch und können nicht einfach analysiert und weiterverarbeitet werden. Hierfür ist ein Zwischenschritt erforderlich, z. B. das sogenannte Qualitative Labeln. Produktionssysteme können sich hierdurch automatisiert an ändernde Anforderungen anpassen und die geeigneten Ressourcen passgenau konfigurieren. 
 
 

Smarte Systeme für eine wandelbare Welt

KI-Komponenten werden Schritt für Schritt auch ERP- & MES-Lösungen derart erweitern, dass sie selbstständig aus Daten lernen und auf dieser Basis automatisiert verlässliche Entscheidungen treffen können. Als solche befähigen sie Unternehmen dazu, langfristig bestehen zu können in einer von Wandel geprägten Welt. 
 
 

Der Autor

Karl Tröger, PSI Automotive & Industry – Seit mehr als 20 Jahren befasst sich Karl Tröger mit den unterschiedlichsten Aspekten von ERP- und MES-Software und agiert für PSI Automotive & Industry als Bindeglied zwischen Kunden, Markt, Wissenschaft, Software-Entwicklung und Marketing. Der Diplom-Ingenieur der Elektronik und Nachrichtentechnik ist u. a. an der von der Bundesregierung initiierten Plattform Industrie 4.0 beteiligt. 
 
Dieser Beitrag wurde ermöglicht durch PSI AG Schweiz in Wil, dem Spezialisten für ERP und MES-Software. Der direkte Austausch, ein fairer Umgang und gemeinsame Produktentwicklung sind Teil der DNA von PSI. Die Spezialisten setzen alles daran, dass ihre Kunden ihr maximales Potenzial entfalten können. 
 
PSI AG Schweiz | 9500 Wil | www.psi-automotive-industry.de
 
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Dieser Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 22-2

 

 

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