Goldman Sachs investiert 50 Mio. US‑Dollar in BLP Digital

22.04.2026
3 Min.

Der Zürcher KI‑Spezialist BLP Digital erhält 50 Millionen US‑Dollar Wachstumskapital von Goldman Sachs Alternatives. Der Einstieg des US‑Investors unterstreicht die Dynamik im Markt für KI‑gestützte ERP‑Automatisierung – insbesondere in Finance‑Kernprozessen, wo Unternehmen zunehmend skalierbare Alternativen zu klassischen OCR‑, RPA‑ und Workflow‑Ansätzen suchen.

 

Alexander Lippert von Goldman Sachs (links) und Tim Beck von BLP Digital (Bilder zVg)

 

Agentic AI als neue Architektur für ERP‑nahe Prozesse

BLP Digital verfolgt einen Ansatz, der sich klar von bisherigen OCR‑, RPA‑ oder Workflow‑Lösungen unterscheidet. Finance‑Workflows werden in atomare, klar definierte Aufgaben zerlegt, die von spezialisierten KI‑Agenten ausgeführt und durch einen Digital Twin gesteuert werden. Diese Architektur soll genau das liefern, was CFOs in ERP‑nahen Prozessen benötigen: Transparenz, Steuerbarkeit und Revisionssicherheit.

Der Digital Twin bündelt dafür Kontext aus ERP‑, E‑Mail‑ und Prozessdaten und entscheidet, wann ein Agent autonom handeln kann und wann menschlicher Input erforderlich ist. Jeder Schritt bleibt nachvollziehbar und versioniert dokumentiert – ein entscheidender Punkt für Governance und Compliance.

Startpunkt Accounts Payable – schnelle Effekte statt langer Projekte

Der Einstieg erfolgt bewusst im Accounts‑Payable‑Prozess, einem Bereich mit hohem Volumen, klaren Standards und direktem Einfluss auf Cashflow und Working Capital. Unternehmen können:

  • Durchlaufzeiten verkürzen

  • Fehlerquoten reduzieren

  • manuelle Ausnahmen minimieren

  • und dies ohne tiefgreifende ERP‑Anpassungen

Dank vortrainierter KI‑Agenten und über 30 Standard‑Integrationen – darunter SAP, proALPHA und Abas – ist die Plattform in wenigen Stunden angebunden. Tests mit Produktivdaten sind innerhalb weniger Tage möglich, statt in langwierigen Customizing‑Projekten zu versanden.

Stimmen zum Investment

Für CEO Tim Beck ist der Einstieg von Goldman Sachs ein strategischer Meilenstein: CFOs brauchen keine weiteren Technologie‑Experimente, sondern Lösungen, die sich unmittelbar im Unternehmensergebnis niederschlagen. Die Vision von BLP Digital: In volumenstarken Workflows sollen künftig kaum noch manuelle Ausnahmen nötig sein. Menschen greifen nur noch bei echten Sonderfällen ein und erweitern dabei gleichzeitig den Kontext der KI.

Auch Goldman Sachs sieht erhebliches Potenzial. Alexander Lippert, Managing Director, spricht von einer „klar definierten Chance an der Schnittstelle von Enterprise‑Modernisierung und KI‑Automatisierung“ und sieht BLP Digital gut positioniert, um eine führende Rolle in diesem Markt einzunehmen.

Migros als Referenz für skalierbare Einführung

Ein prominentes Beispiel liefert die Migros, die BLP Digital im Rahmen ihrer S4‑Transformation eingeführt hat. Laut Roger Niklaus, Leiter Rechnungswesen, konnte die Plattform innerhalb eines Jahres über alle Genossenschaften hinweg ausgerollt werden. Die erzielten Ergebnisse seien so überzeugend, dass bereits weitere Bereiche und Prozesse folgen.

 

Über BLP Digital

BLP Digital wurde 2019 in Zürich gegründet und zählt heute über 450 Unternehmenskunden in mehr als 40 Ländern. Die Plattform kombiniert über 300 sofort einsatzbereite KI‑Agenten mit einem breiten Integrationsportfolio und legt besonderen Wert auf Governance, Datensouveränität und europäische Technologiekompetenz. www.blp.digital