Viele Schweizer Unternehmen kämpfen mit wachsenden Datenmengen, neuen KI‑Workloads und historisch gewachsenen Systemlandschaften. Storage ist dabei oft ein Bereich, der über Jahre hinweg immer komplexer geworden ist – mit unterschiedlichen Plattformen, Tools, Betriebsmodellen und Workarounds. Das belastet die IT‑Teams und erschwert die Modernisierung. Immer mehr Firmen setzen deshalb auf "einfachen Storage". Doch was bedeutet das konkret – und woran erkennt man Lösungen, die diesen Anspruch wirklich erfüllen?

Symbolbild Panumas Nikhomkhai via Pixabay
Warum Storage heute komplexer ist als früher
Daten wachsen nicht mehr linear. KI‑Projekte, Analytics‑Workloads, Multi‑Cloud‑Architekturen und neue Anwendungen erzeugen sprunghafte Lasten. Gleichzeitig stehen IT‑Teams unter Druck: Fachkräfte fehlen, Budgets sind knapp, und die Systemlandschaften werden immer heterogener. Storage muss deshalb nicht nur leistungsfähig sein, sondern vor allem eines: Einfach zu betreiben.
Was "einfacher Storage" wirklich bedeutet
Hersteller sprechen oft von vereinfachtem Storage‑Management, doch dahinter steckt mehr als eine bildschöne Oberfläche. Entscheidend sind sechs Kriterien, die den Alltag von IT‑Teams spürbar erleichtern.
1) Einfache Architektur
Komplexität entsteht oft durch historisch gewachsene Landschaften mit unterschiedlichen Systemen, verschiedenen Tools und diversen Betriebsmodellen. Eine konsolidierte Plattform, die Block‑ und File‑Storage vereint, reduziert Schnittstellen, Fehlerquellen und den täglichen Verwaltungsaufwand. Moderne Ende‑zu‑Ende‑NVMe‑Architekturen liefern zudem hohe Performance ohne ständiges Tuning – ein Vorteil, der besonders bei KI‑ und Analyse‑Workloads spürbar wird.
2) Einfache Skalierung und hohe Verfügbarkeit
Daten wachsen unterschiedlich schnell: Standardanwendungen eher gleichmässig, Innovationsprojekte oft sprunghaft. Storage‑Systeme sollten deshalb sowohl Scale‑up als auch Scale‑out unterstützen, damit Kapazitäten flexibel erweitert werden können. Verfügbarkeit muss integriert sein – etwa durch RAID‑Verfahren, Replikation, Metro‑Cluster‑Optionen und Snapshots –, damit IT‑Teams nicht zusätzliche Lösungen nachrüsten müssen.
3) Einfache Kosten- und Effizienzsteuerung
Eine effiziente Nutzung der Speicherkapazitäten ist zentral, um Kosten und Ressourcen im Griff zu behalten. Dazu gehören Komprimierung und Deduplizierung – Verfahren, die doppelte Datenblöcke eliminieren und identische Inhalte nur einmal speichern. Wenn viele Mitarbeitende dieselbe Datei ablegen, wird sie physisch nur einmal gespeichert, während weitere Kopien lediglich darauf verweisen. Das spart Platz und reduziert den Bedarf an zusätzlicher Hardware.
Damit diese Verfahren dauerhaft aktiv bleiben können, sollten sie hardwarebeschleunigt sein, damit Unternehmen nicht zwischen Effizienz und Performance wählen müssen. Besonders wirkungsvoll ist eine Inline‑Deduplizierung mit variablen Blocklängen, idealerweise mit vertraglich zugesicherten Reduktionsraten. Auch ein niedriger Energieverbrauch und geringer Kühlbedarf tragen zunehmend zur Gesamtkosteneffizienz bei.
4) Einfacher Betrieb
Heterogene Tools und Sonderfälle führen zu manuellem Aufwand und häufigem "Fire Fighting". Moderne Plattformen bieten zentrale Verwaltung, geführte Workflows und Automatisierung, die Routineaufgaben spürbar vereinfachen. KI‑gestützte Analysen helfen zudem, Engpässe und Fehler frühzeitig zu erkennen, sodass Probleme oft behoben werden können, bevor sie kritisch werden.
5) Einfache Integrationen
Storage steht nie allein, sondern ist Teil eines grösseren Ökosystems. Schnittstellen und Plug‑ins ermöglichen es, Ressourcen direkt über Virtualisierungs‑ oder Backup‑Plattformen bereitzustellen, ohne zwischen verschiedenen Tools wechseln zu müssen. Das erleichtert den Betrieb und sorgt dafür, dass Prozesse konsistent bleiben – unabhängig davon, ob Workloads lokal oder in der Cloud laufen.
6) Einfache Migrationen und Modernisierungen
Damit Storage nicht selbst zum Legacy‑System wird, braucht es klare Modernisierungspfade. Containerbasierte Microservice‑Architekturen ermöglichen unterbrechungsfreie Updates ohne Plattformwechsel. Integrierte Tools für Datenimporte erleichtern zudem die Einführung und den Umzug von Workloads, sodass Modernisierungen nicht zu grossen Migrationsprojekten werden.
Was das für Schweizer KMU bedeutet
Viele KMU haben über Jahre hinweg Storage‑Umgebungen aufgebaut, die heute schwer zu pflegen sind. Vereinfachung ist deshalb kein Luxus, sondern eine Voraussetzung, um:
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KI‑Projekte zu starten
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Cloud‑Strategien umzusetzen
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Kosten zu kontrollieren
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Fachkräfte zu entlasten
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Die Verfügbarkeit zu erhöhen
Einfacher Storage wird damit für das Unternehmen zum strategischen Hebel.
Stimme aus der Branche
Christian Winterfeldt, Senior Director Datacenter Sales DACH bei Dell Technologies, bringt es auf den Punkt: "Komplexität ist der Feind eines effizienten Storage‑Managements und verhindert, dass IT‑Teams ihre Systemlandschaften für neue Anforderungen fit machen und die Qualität von Storage‑Services erhöhen können. Eine Vereinfachung von Storage-Infrastrukturen ist die Basis dafür, dass Storage zuverlässig und effizient im Hintergrund funktioniert und das IT-Team nur in Ausnahmesituationen gezielt eingreifen muss."
Der Autor
Alain Zanolari ist Redaktor bei topsoft, der Schweizer Plattform für Digitales Business