Vom Hype zur Wirkung: Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht

26.01.2026
3 Min.

Die erhofften Geschäftserfolge durch KI bleiben laut einer Studie bislang aus. Michael Wintergerst ordnet die Ergebnisse ein und beleuchtet, welche Voraussetzungen für einen erfolgreichen KI-Einsatz entscheidend sind.

 

Symbolbild Copilot

 

Die Erwartungen an Künstliche Intelligenz waren gross, die Realität ist jedoch ernüchternd. Eine aktuelle PwC-Studie unter mehr als 4400 CEOs aus 95 Ländern zeigt: Die Mehrheit der Unternehmen sieht bislang keine messbaren Geschäftsergebnisse durch KI. In Deutschland haben gerade einmal elf Prozent der befragten Unternehmen durch KI höhere Umsätze erzielt. Nur zwei Prozent konnten sowohl Umsatz steigern als auch Kosten senken, während zwei Drittel der deutschen CEOs bislang keinen positiven Effekt ihrer bisherigen KI-Investitionen sehen. Der Grund liegt aber nicht in der Technologie selbst, sondern in der Art und Weise, wie Unternehmen KI einführen.

Ohne Fundament keine Wirkung

Laut der Studie fehlt es vielen Unternehmen an einer verlässlichen Datenbasis und einem skalierbaren Fundament. Ohne diese Voraussetzungen bleiben KI-Initiativen oberflächlich und wirkungslos, denn einzelne Use Cases schaffen keinen nachhaltigen Nutzen. Wer die Transformation ernst meint, muss zuerst seine Hausaufgaben machen, sonst wird KI zum Verstärker bestehender Probleme statt zum strategischen Hebel.

Das Problem beginnt oft schon bei der Auswahl der KI-Lösung. Viele Unternehmen setzen auf generische Tools grosser Anbieter und unterschätzen den Aufwand, diese an die eigenen Prozesse anzupassen. Hinzu kommen versteckte Kosten für Integration, Schulung und Change Management, die den erhofften ROI schnell aufzehren. Die Folge: Unternehmen verharren in einer „Ich-probiers-mal-aus“-Phase, ohne langfristige Vision oder greifbaren Erfolg.

Von der IT-Abteilung in die Fachbereiche

Die Diskussion über das „Ob“ ist vorbei – jetzt geht es um das „Wie“. Und das bedeutet, weg von isolierten IT-Projekten, hin zur Integration in die operativen Kernprozesse. Dort liegt der grösste Hebel, um KI von einem Experiment zu einem echten Business Enabler zu machen. Denn niemand kennt die Abläufe eines Unternehmens besser als die Fachabteilungen selbst. Sie haben die Datenhoheit und wissen genau, wo KI konkreten Nutzen stiften kann und welche Stellschrauben für echte Effizienzgewinne zu drehen sind.

Von Daten zu Wertschöpfung

Der erfolgreiche Einsatz von KI im Mittelstand hängt massgeblich von der systematischen Nutzung von Daten und ihrer Relation zueinander ab. Diese Daten sind oft nicht in grossen Datenbanken zu finden, sondern in den täglichen Prozessen der Fachbereiche. Das Wissen der Mitarbeitenden über Produktionsabläufe, Kundenanforderungen und Qualitätsmerkmale bildet dabei die Grundlage für erfolgreiche KI-Anwendungen. Nur durch die gezielte Sammlung, intelligente Verknüpfung und Auswertung dieser Daten können Unternehmen den vollen Nutzen aus KI ziehen – sei es zur Optimierung von Lagerbeständen, zur Verbesserung von Durchlaufzeiten oder zur Steigerung der Liefertreue.

Der Mittelstand braucht keine KI-Lösungen von der Stange, die erst mühsam auf die eigenen Prozesse angepasst werden müssen. Was Fertigungsunternehmen brauchen, ist KI, die ihre spezifischen Anforderungen bereits kennt – mit vorkonfigurierten Datenverknüpfungen, abgestimmt auf die Abläufe in Produktion, Einkauf und Logistik. Genau dafür hat Proalpha die Ready-to-use AI Apps entwickelt: Branchenspezifische Anwendungen, die direkt in bestehende Geschäftsprozesse integriert sind und vom ersten Tag an Ergebnisse liefern. Kein monatelanges Anpassen, kein Experimentieren – sondern pragmatische KI, die sofort Nutzen stiftet.

 

Der Autor

Michael Wintergerst ist Chief AI Officer (CAIO) bei Proalpha

 

 

Proalpha Schweiz AG | 4147 Aesch | www.proalpha.com

Weitere Informationen und Beiträge bei Proalpha in der topsoft Marktübersicht