Tools und Unternehmenskommunikation 2026: Was bleibt, was verschwindet

14.01.2026
3 Min.

Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage hat jedes zweite Unternehmen in Deutschland Probleme mit der Digitalisierung. Die Zahl steigt seit Jahren. Dabei gibt es von Jahr zu Jahr mehr Tools für die digitale Transformation. Und vielleicht liegt genau hier der wunde Punkt: Zu viele Tools, zu wenig Übersicht. Wildix beobachtet diese Entwicklung seit Jahren. Über 120 Partner im Markt liefern ein gutes Bild, was gefragt ist, wo es hakt und wie es 2026 weiter gehen könnte. Die wichtigsten Trends im Überblick:

 

Symbolbild Ideogram

 

Die wichtigsten Trends im Überblick:

1. Gesprochene Sprache wird wieder wichtiger

Viele Digitalisierungsprojekte der vergangenen Jahre sollten primär Kosten senken. Das Ergebnis waren zwar automatisierte Abläufe mit Einsparpotenzial auf Unternehmensseite, aber gleichzeitig mit Frustpotenzial für die Nutzenden. Beispiel Portale: Hier haben lange Formularstrecken persönliche Ansprechpartner ersetzt. Nur um einen einfachen Termin zu buchen oder einen Tisch im Restaurant zu reservieren, klickt man sich minutenlang durch ein Online-Formular. Ein Anruf hätte die gleiche Aufgabe oft schneller gelöst.

Genau deshalb gewinnt gesprochene Sprache wieder an Bedeutung. KI-gestützte Sprachsysteme schaffen dafür einen direkten Zugang, gerade in Bereichen mit hohem Informationsbedarf wie Gesundheitswesen, öffentliche Dienste oder regulierte Branchen. Sie verkürzen Abläufe und schaffen Klarheit auf beiden Seiten, beim Unternehmen und den Nutzenden. 

2. Sprache braucht Sicherheitsstandards

Je stärker Sprache genutzt wird, desto grösser wird auch ihre Angriffsfläche. Synthetische Stimmen und täuschend echte Imitationen sind heute keine Randerscheinungen mehr. Betrugsversuche per Telefon, die früher schnell zu erkennen waren, lassen sich inzwischen kaum noch vom Original unterscheiden.

Unternehmen reagieren darauf, indem sie Sicherheit als festen, wichtigen Bestandteil ihrer Kommunikationsarchitektur ansetzen, Secure-by-Design wird zu einem Entscheidungskriterium. Zu etablierten Sicherheitsmechanismen zählen stimm- oder verhaltensbasierte Erkennungsverfahren, Echtzeit-Analyse verdächtiger Muster sowie klar definierte Richtlinien für den Umgang mit sensiblen Informationen am Telefon. Viele Unternehmen arbeiten zudem vermehrt mit mehrstufigen Authentifizierungsverfahren. 

3. Kommunikation richtet sich stärker nach Arbeitsabläufen

Viele Unternehmen nutzen heute eine wachsende Zahl einzelner Tools für Telefonie, Chat, Videokonferenzen oder interne Abstimmungen. Das Ergebnis: Mitarbeitende springen zwischen Anwendungen hin und her, Informationen gehen verloren, Prozesse laufen nicht durchgängig. 2026 läutet ein Umdenken ein: Systeme sollen sich an den Arbeitsabläufen orientieren und nicht umgekehrt. Kommunikation wird dort eingebettet, wo Aufgaben entstehen – im CRM, im Ticketsystem, im ERP oder in branchenspezifischen Anwendungen. Unternehmen erwarten dadurch weniger Toolwechsel, weniger Medienbrüche und mehr Klarheit im Tagesgeschäft.

Genau hier sehen Partner von Wildix eine wachsende Nachfrage: In Projekten zeigt sich, dass integrierte Kommunikationsabläufe die Bearbeitungszeit um durchschnittlich 96 Prozent senken und Fehlerquoten um 100 Prozent reduzieren. Die Werte basieren auf den gemessenen Ergebnissen der agentenbasierten KI-Lösung von RoboReception und Wildix, die seit Mai 2025 in 65 Zahnarztpraxen eingesetzt wird.

Ein Beispiel, wie das funktioniert: Ein Servicefall etwa löst dann automatisch das passende Gesprächsszenario aus. Die Dokumentation startet ohne Mehraufwand im Hintergrund. Rückrufe und Folgetermine entstehen ohne zusätzlichen Klick. Für den Anwender wirkt der Ablauf wie aus einem Guss, auch wenn im Hintergrund mehrere Systeme zusammenspielen. 

4. Vertrauen und Governance werden zum Auswahlkriterium

Unternehmen schauen inzwischen genau hin, wie und wo ihre Kommunikationsdaten verarbeitet werden. Das liegt nicht an abstrakten Sicherheitsbedenken, sondern an konkreten Vorfällen und neuen Vorgaben beispielsweise der EU. Zentral sind dabei Fragestellungen wie „In welchem Land steht das Rechenzentrum? Welche Daten verlassen meine Organisation? Wie lässt sich ein Gesprächsverlauf revisionssicher rekonstruieren? Welche KI-Funktionen dokumentieren meine Entscheidungen?“.

Damit erweitert sich die Auswahlkriterien-Liste deutlich: Nicht nur der Funktionsumfang, sondern Faktoren wie digitale Souveränität, Compliance, Governance und Auditierbarkeit werden entscheidend. Viele international ausgerollte Systeme scheitern aktuell nicht an der Technik, sondern an der fehlenden Transparenz.

5. Partner müssen Expertise liefern – sonst verlieren sie ihren Platz

Über Jahre galt: Wer Software verkauft, ist automatisch Partner. Das gilt 2026 nicht mehr. Der Markt wird komplexer, KI hält in zentralen Abläufen Einzug, und interne Teams können diese Dynamik kaum allein stemmen. Da reicht es nicht, wenn ein Dienstleister ein neues Produkt nur erklärt. Wichtiger wird sein, umfassend zu beraten und Best Practices zu teilen. Denn überall dort, wo Kommunikation, Daten und KI aufeinandertreffen, wollen Unternehmen wissen, welche Aufgaben sich automatisieren lassen, wie sich ein Prozess verändern muss und wo menschliche Kontrolle unverzichtbar bleibt. Das ist dann kein Reselling mehr, sondern Analysearbeit.

Das Spektrum reicht von der Modellierung von Gesprächsabläufen bis zur Auswahl der richtigen KI-Funktionen. Partner müssen beurteilen, wie Systeme miteinander sprechen, welche Schnittstellen stabil laufen und wo Risiken entstehen. Einige entwickeln sich dabei zu echten Workflow-Architekten, andere zu Spezialisten für bestimmte Branchen oder Sicherheitsanforderungen. Damit verändert sich die Rolle grundlegend. Wer nur Tools liefert, wird ersetzt. Wer Komplexität übersetzt, bleibt.

Fazit

2026 bringt weniger brandneue Technologien, dafür aber klare Prioritäten. Sprache wird KI-gestützt wieder mehr genutzt, weil sie schneller ist. Sicherheit muss nachziehen, weil Angriffe real sind. Kommunikation richtet sich an Prozessen aus, nicht an Tools. Entscheidungen hängen stärker von Transparenz ab. Und Partner gewinnen an Bedeutung, weil sie Abläufe gestalten und nicht nur Software verkaufen.

 

 

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