Decken sich die Bedürfnisse Schweizer KMU in Sachen IT mit den Plänen der IT-Anbieter für das Jahr 2026? Und was meinen ausgewiesene Fachpersonen zu den Trends? Der topsoft Trendkompass 2026 geht diesen Fragen auf den Grund. Hier lesen Sie die Antworten des ERP-Experten Raffaelle Grillo.



Raffaelle Grillo ist bei der Abacus Research AG als Chief Operating Officer (COO) tätig und eine treibende Kraft hinter der Softwareentwicklung. Mit seiner Leidenschaft für Innovation und Prozessoptimierung übersetzt Raffaelle Grillo Kundenbedürfnisse in effiziente Softwarelösungen.
Welche IT-Entwicklungen prägen 2026 den Erfolg von KMU?
ERP-Systeme sollten sich zu Plattformen entwickeln, auf denen die verschiedenen Kunden von KMU interaktiv und systemübergreifend zusammenarbeiten können. Die Welt wird immer vernetzter – und auch ERP-Systeme müssen diese Entwicklung aktiv mitgestalten. Zudem wird der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Jahr 2026 weiter an Bedeutung gewinnen.
Welche IT-Themen und Innovationen stehen 2026 bei Ihnen im Fokus?
Unsere Anwenderinnen und Anwender möchten jederzeit und von überall auf die Abacus Software zugreifen. Bereits heute können viele Prozesse in der Abacus Browser Edition gemanagt werden, 2026 kommen noch weitere dazu. Mit digitalen und individuellen Portalen möchten wir zudem die verschiedenen Anspruchsgruppen unserer Kunden näher zusammenbringen, wie beispielsweise das Treuhandunternehmen mit ihren Kunden.
Welche KI-Fragen bewegen Ihre Kunden im Jahr 2026?
KI-Tools sind in der Gesellschaft angekommen. Die Zuverlässigkeit der Ergebnisse ist der Knackpunkt. Abacus entwickelt deshalb mit Artificialy SA eigene KI‑Lösungen. Mit DeepAnalyze entstehen individuelle Auswertungen: Die KI generiert den Code, rechnet aber nicht selbst – für verlässliche, präzise Ergebnisse. Finanzdaten wie Bilanz oder Erfolgsrechnung lassen sich per Spracheingabe flexibel analysieren und gestalten
Digitalisierung, Transformation, Automatisierung: Was hat sich seit 2025 verändert – und wo stehen KMU heute?
Ich habe den grossen Transformationsschub während der Corona-Pandemie erlebt: Viele Unternehmen waren damals gezwungen, innerhalb kürzester Zeit auf digitale Tools umzusteigen. Heute baut man auf dieser digitalen Transformation von damals auf. Dabei erlebe ich den Digitalisierungsgrad von KMU sehr unterschiedlich. Während die Digitalisierung im Handels- oder Dienstleistungssektor bereits sehr weit ist, hinken andere Branchen wie der Holzbau oder Malerbetriebe noch etwas hinterher. Aber auch da kommen zunehmend digitale Tools wie Apps zur Leistungserfassung zum Einsatz, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was sollten KMU 2026 nicht tun, wenn sie digital erfolgreich sein wollen?
KI löst nicht alle Probleme, schon gar nicht Organisatorische. Ich denke, das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse. Darüber hinaus ist es für Unternehmen meiner Meinung nach entscheidend, dass sie nicht stehenbleiben, sondern fortlaufend an der Digitalisierung arbeiten.
Welcher einzelne Trend oder welche Entwicklung wird 2026 Ihrer Meinung nach am meisten überschätzt – und welcher wird unterschätzt?
Die Möglichkeiten von KI-Tools werden womöglich am meisten überschätzt. KI kann unterstützen, löst aber keineswegs tiefgreifende Herausforderungen in der Organisation von Unternehmen. Das führt mich auch gleich zur Entwicklung, die am meisten unterschätzt wird: Bei der digitalen Transformation wird häufig der Faktor «Mensch» unterschätzt. Es ist wichtig, dass man Menschen auf die Reise der digitalen Weiterentwicklung mitnimmt und dass sie ihre Ideen aus dem Alltag mit einbringen können in einem ERP-Projekt.
Carte Blanche
Mit Abacus Intelligence verfolgt Abacus einen klaren Ansatz: Künstliche Intelligenz soll nicht ersetzen, sondern präziser machen. Während viele KI‑Tools mit unzuverlässigen Ergebnissen kämpfen, setzt Abacus auf eine eigene, kontrollierte Entwicklung. DeepAnalyze steht exemplarisch dafür: Die KI generiert den Code für Auswertungen, rechnet aber nicht selbst – und ermöglicht damit flexible Analysen bei voller mathematischer Genauigkeit. So entsteht ein Reporting, das sich an den Bedürfnissen der Anwender orientiert: Spontan, sprachgesteuert und ohne technische Hürden.