Künstliche Intelligenz (KI) und Cloud-Lösungen sind die entscheidenden Treiber für die nächste Generation des Dokumentenmanagements. Die Trends zeigen klar: KI und Machine Learning revolutionieren die Dokumentenverarbeitung, indem sie
Daten vollautomatisch extrahieren, klassifizieren und Prozesse ohne manuelle Eingriffe anstossen. Archive verwandeln sich dadurch von «staubigen Schränken zu interaktiven Wissenshütern», wie Friedrich Kisters es beschreibt, mit denen man sogar
in einen Dialog treten kann. Parallel dazu wächst die Akzeptanz für Cloud- und Hybrid-Modelle. Da KI eine «Performance-hungrige» Technologie ist, schafft erst die Skalierbarkeit der Cloud die Voraussetzung, um diese leistungsstarken Anwendungen auch für KMU zugänglich zu machen.
Der konkrete Nutzen: Wie KMU profitieren
Gerade für kleine und mittlere Unternehmen schafft die Investition in ein modernes DMS erhebliche Wettbewerbsvorteile. Das Praxisbeispiel von BKW Building Solutions zeigt eindrücklich das Potenzial: Durch die Automatisierung der Kreditorenbuchhaltung könnten jährlich bis zu 10'000 Arbeitsstunden eingespart werden. Die zentralen Vorteile sind:
- Prozesse beschleunigen: Durch sekundenschnellen Informationszugriff und automatisierte Workflows.
- Zusammenarbeit stärken: Standortunabhängiger Zugriff auf eine zentrale, versionierte Wissensbasis.
- Risiken minimieren: Gesteuerte Zugriffsrechte und lückenlose Protokollierung für erhöhte Sicherheit und Compliance.
- Ressourcen schonen: Geringere Kosten für Druck, Lagerung und manuelle Such- und Verwaltungsaufwände.
«Es ist ein optimales Werkzeug. Es sollte von allen in diesem Bereich genutzt werden. Niemand will stundenlang kostbare Zeit mit doppelter Arbeit verschwenden», wie
Milomirka Komatina, Kundenmanagerin bei Convicta, treffend zusammenfasst.
Leitplanken der Digitalisierung: Sicherheit und rechtliche Konformität
Effizienzgewinne sind nur dann nachhaltig, wenn Datensicherheit und rechtliche Vorgaben eingehalten werden. Compliance ist dabei mehr als eine bürokratische Pflichtübung. So ist die oft übersehene Schweizer Geschäftsbücherverordnung (GeBüV) von «
unermesslicher Bedeutung», denn die darin geforderte Datenintegrität und lückenlose Protokollierung bilden die technische Grundlage zur Abwehr von Cyberangriffen wie Ransomware. Auch das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG) verlangt von Unternehmen, angemessene technische und organisatorische Massnahmen (TOM) umzusetzen. Moderne DMS helfen, diese Anforderungen durch feingranulare Zugriffskontrollen und automatisierte Löschfristen systematisch zu erfüllen.
Zusammenfassung
Modernes Dokumentenmanagement hat sich vom digitalen Aktenschrank zu einem zentralen Nervensystem für Unternehmenswissen entwickelt. Für KMU gilt es, jetzt den Mut zu haben, diesen strategischen Schritt zu wagen, wobei der Fokus auf einer durchdachten Strategie liegen muss, nicht allein auf der Technologie. Letztlich geht es darum, das kollektive Gedächtnis des Unternehmens nicht nur zu bewahren, sondern es in einen aktiven, intelligenten Partner zu verwandeln, der die Weichen für zukünftigen Erfolg stellt.