Digitale Grundversorgung neu gedacht: Die ePost-Plattform

04.12.2025
3 Min.

Die Schweizerische Post hat ihre digitale Strategie neu ausgerichtet – und dabei eine Plattform geschaffen, die über den digitalen Briefkasten hinausgeht. Die neue ePost verbindet Sicherheit, Verbindlichkeit und Prozessintelligenz – und könnte zur tragenden Infrastruktur für die digitale Kommunikation in der Schweiz werden.

 

Symbolbild KI-generiert

 

Was passiert, wenn die Post nicht den Brief digitalisiert, sondern die zugrunde liegenden Kommunikationsprozesse neu denkt? 
 
Genau das wurde am 6. November an der Digital Experience 2025 diskutiert. Wir waren dabei, hier sind die fünf zentralen Erkenntnisse:
 

1. Vom Dokument zum Prozess: Strategiewechsel mit Wirkung

Ursprünglich wollte die Post den Brief digitalisieren. Doch Unternehmen benötigen keine digitalen Briefe, sondern effizientere Prozesse.
 
Die Post reagierte darauf mit einem Strategiewechsel: Weg vom Medium, hin zur Lösung. Der Fokus liegt nun auf der digitalen Abwicklung von Geschäftsprozessen. Damit wurde aus einem Produktprojekt eine Infrastrukturinitiative – mit dem Ziel, die Herausforderungen hinter dem Brief zu lösen.
 

2. Kommunikation wird empfängerzentriert

Ein zentrales Prinzip der ePost ist die Umkehr der Kommunikationslogik: Nicht mehr der Absender bestimmt den Kanal, sondern die Empfängerin. Die passende Zustellart wird automatisch gewählt – ob digital in der Post-App oder als physischer Brief.
 
Für Unternehmen bedeutet das: Ein einziger Upload, eine Schnittstelle – aber vielfältige Zustellwege. Für Empfänger entsteht ein personalisierter Kommunikationsservice.
 

3. Digitale Verbindlichkeit: Kommunikation mit Rechtskraft

E-Mails sind schnell, aber rechtlich schwach. Die ePost führt einen digitalen, nachvollziehbaren und gesetzlich geregelten Zustellkanal ein, der im Rahmen der neuen Postverordnung aufgebaut wird.
 
Die digitale Zustellung wird schrittweise auf das Niveau der klassischen Post angehoben – mit qualifiziertem Zeitstempel und nachvollziehbaren Zustellnachweisen. 
 

4. Startvorteil durch bestehende Nutzerbasis

Neue Plattformen kämpfen oft mit dem Henne-Ei-Problem: Ohne Nutzer keine Inhalte, ohne Inhalte keine Nutzer. Die ePost löst dieses Dilemma durch Integration in die bestehende Post-App mit ihren über 2,1 Millionen Nutzerinnen und Nutzern.
 
Mit Opt-in sind Empfängerinnen und Empfänger digital erreichbar – andernfalls erfolgt die physische Zustellung. So entsteht ein Netzwerkeffekt, der auf vertrauten Gewohnheiten basiert und sofort funktioniert.
 

5. Mehr als ein Briefkasten: Automatisierung für KMU

Die ePost-Plattform ist nicht nur ein Kommunikationskanal, sondern ein Knotenpunkt für die Automatisierung von Geschäftsprozessen. 
  • Automatisierte Rechnungsprozesse: Eingehende Rechnungen können direkt in Buchhaltungs- oder ERP-Systeme fliessen – via Scanning Service oder Schnittstelle.
  • Sicherer Lohnversand: Lohnabrechnungen werden verschlüsselt übermittelt
  • Effizienter Massenversand: Versand mit einem Klick
  • Automatische Kanalwahl: Die Plattform entscheidet automatisch, ob ein Dokument digital zugestellt werden kann oder physisch gedruckt und zugestellt werden muss.KMU erhalten so Zugang zu digitaler Prozessoptimierung, ohne komplexe IT-Projekte.

Fazit: Infrastruktur für die digitale Schweiz

Die ePost ist ein Baustein für die digitale Grundversorgung der Schweiz. Eine Plattform, die Geschwindigkeit, Sicherheit und Verbindlichkeit vereint, für Bürgerinnen, Behörden und Unternehmen.
 
Wenn Rechnungen, Verträge und amtliche Dokumente sicher und nahtlos digital ausgetauscht werden können, entstehen neue Möglichkeiten für digitale Dienste – und vielleicht beginnt hier die echte Vernetzung der Schweiz.
 
  
 
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Der Beitrag erschien im topsoft Fachmagazin 25-4

 

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