Die richtigen Weichen stellen - HR-Trends 2026

30.12.2025
3 Min.

Das Personalwesen spielt eine entscheidende Rolle bei der Gestaltung der Unternehmenskultur und der Stärkung einer Marke als attraktiver Arbeitgeber. Durch Initiativen für eine verbesserte Erfahrung und Zufriedenheit am Arbeitsplatz sind HR-Fachkräfte auch im neuen Jahr gefordert, zur Produktivität und Bindung der Beschäftigten beizutragen. Die Komplexität der modernen Arbeitswelt wird HR-Fachkräfte im Jahr 2026 vor zahlreiche Herausforderungen stellen.

 

Symbolbild Copilot

 

Die KI-Transformation wird voranschreiten. Somit werden zunehmend KI-gestützte Technologien und datengesteuerte Strategien zum Einsatz kommen, um manuelle Prozesse zu automatisieren, die Effizienz zu steigern und Ergebnisse zu verbessern. Der demographische Wandel setzt sich fort, was neue Strategien erfordert.

Spannend dürfte im neuen Jahr auch die Frage sein, wie künftig die Personalabrechnung aussehen soll. Zur Auswahl stehen dabei Outsourcing-Dienste oder eigenbetriebene Abrechnungssoftware-Systeme. Die Bedeutung der BPO-Anbieter (Business Process Outsourcing) wird voraussichtlich weiter steigen.

KI und Automatisierung als Game-Changer

Die grösste Veränderung wird unzweifelhaft von der KI-Transformation in Unternehmen ausgehen. KI ist bereits eine unschätzbare Hilfe in der Administration. Sie hilft Fachkräften auch im HR-Bereich, wiederkehrende gleichförmige Tätigkeiten wie Ablage und Verwaltungstätigkeiten oder Vorqualifizierung im Recruiting zu automatisieren. Zudem unterstützt sie die Erstrecherche zu arbeitsrechtlichen Themen.

KI-Agenten im HR-Bereich verantwortungsvoll einzusetzen, ist eine wichtige Aufgabe. Dafür braucht es in der HR-Abteilung wie im gesamten Unternehmen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Mit zunehmendem KI-Einsatz wird es aber immer wichtiger, auch die vorläufigen Grenzen der KI zu erkennen. KI ersetzt keine Recruiter oder Juristen, da die Gefahr besteht, dass sie halluziniert. Etwa ein Drittel der Antworten von KI ist immer noch unpräzise bis falsch. In der Vergangenheit gelernte Fehler setzt eine KI in der Zukunft fort, denn KI ist immer nur so gut wie ihre Lernmenge, Stichwort „Bias“.

Eine weitere Herausforderung ist das Thema Datenschutz im Zusammenhang mit KI. Es stellen sich mehrere Fragen: Welche KI soll zum Einsatz kommen? Läuft diese KI in einer Umgebung eines verlässlichen Anbieters? Mit welchen Informationen wird die KI gefüttert? Was passiert mit Daten, die nach aussen gegeben werden, zum Beispiel an ChatGPT (gehört zu OpenAI/Microsoft), Joule oder Perplexity? Die HR-Abteilung muss eine klare Governance für die KI-Nutzung schaffen und ethische Standards implementieren. Ausserdem muss das HR-Team eng mit der IT-Abteilung zusammenarbeiten, um Sicherheit und Compliance zu gewährleisten.

Fachkräftemangel und demographischen Wandel bewältigen

KI wird nur einen Teil der Herausforderungen lösen. Überall dort, wo Menschenverstand und spezielle Fähigkeiten erforderlich sind, kann KI den Menschen nicht ersetzen: im Handwerk, im Dienstleistungsbereich, in der Landwirtschaft und ähnlichen Bereichen. Es stellt sich also die Frage: Wie können Menschen für diese Berufe begeistert und in diesen ausgebildet werden? Das Thema Fachkräftemangel bleibt damit vor allem in den Berufen brisant, in denen die KI das Personal nicht ersetzen kann.

Der demographische Wandel setzt sich fort. Ältere Menschen zu motivieren, länger zu arbeiten, wird daher eine grosse Herausforderung sein. Unternehmen müssen sich zudem auf neue gesetzliche Modelle einstellen, die Arbeit im Ruhestand attraktiver machen. Darüber hinaus bleibt auch die Integration von Fachkräften aus dem Ausland weiterhin wichtig. Hinter dem demographischen Wandel vollzieht sich eine Veränderung des Arbeitsmarkts. Der Wirtschaftsstandort Deutschland bewegt sich derzeit bereits von einem Arbeitnehmermarkt hin zu einem Arbeitgebermarkt.

Bevorstehender Wandel im Jahr 2026

Die Umsetzung und Verbesserung der Performancekultur werden 2026 eine sehr grosse Bedeutung haben, denn der Druck durch wirtschaftliche Herausforderungen – national wie international – wird stark steigen.

Der Einsatz von KI wird generell ein zentrales Thema bleiben, wobei das Change-Management, das die Einführung neuer Technologien begleitet, in den Mittelpunkt rückt.

Die Lohntransparenz könnte 2026 etwas an Bedeutung verlieren. Infolge des Wandels von einem Arbeitnehmermarkt zu einem Arbeitgebermarkt werden Beschäftigte weniger Forderungen stellen können, weshalb es eher zu einer Lohnstagnation kommen könnte. Agiles Arbeiten bleibt weiterhin wichtig. HR-Teams müssen auf neue Herausforderungen, wie neue Technologien, schnell reagieren können. Agile HR wird das Fundament für Innovation, Wandel und nachhaltige organisatorische Stärke bilden als ein weiterer wichtiger HR-Trend im Jahr 2026.

 

Die Autorin

Hinada Neiron ist Head of Global Marketing & Alliances bei Aconso

 

 

Über aconso

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